Betr.: Fehlende Berichterstattung im MT
Sehr geehrter Herr Pepper,
eine Bekannte erzählte mir kürzlich bei einer Begegnung, daß ihr Mann schwer verletzt worden sei und sie ihn pflegen müsse. Er ist Polizist und mußte mit einem Kollegen zu einem Einsatz in Kirchlengern. Kurz vor Weihnachten randalierten dort Jugendliche auf dem Weihnachtsmarkt. Die Jugendlichen griffen die Polizisten an. Der Ehemann der Frau ist mindesten einen halbes Jahr dienstunfähig.
Ich finde es erstaunlich, daß über diesen Vorfall im MT nichts zu lesen war. Dagegen wird über Nebensächlichkeiten oft lang und breit berichtet. Der Leserbrief von Wilhelm Krückemeier „Im Jahresrückblick Seichtes aus der Regenbogenpresse präsentiert“ beklagt darin das gleiche. Er weist darauf hin, dass der Sinkflug der Print-Medien letztlich durch Anpassung nach unten selbst verschuldet seien und Qualitätssteigerung die Devise sein müsste.
Ich gebe die Anregung, zu dem Vorfall in Kirchlengern nachzuforschen und freue mich auf einen sachlichen Bericht.
Gutes Gelingen im neuen Jahr
Mit freundlichem Gruß
Udo K.
Sehr geehrter Herr K.,
danke für Ihre Mail. Die Redaktion ist Ihren Hinweisen nachgegangen und hat dabei folgende Informationen zutage gefördert: Der Vorfall ereignete sich in Hüllhorst, der Polizist arbeitet in Lübbecke und stammt aus Espelkamp. Die Polizei hat uns von dem – übrigens nicht in unserem Verbreitungsgebiet passierten -Vorfall nicht unterrichtet, weil sie die Folgenschwere des Falles erst im Nachhinein erkennen konnte – so die Auskunft der Pressestelle. Der betroffene Beamte ist längerfristig dienstunfähig geschrieben, weil er zur Zeit gehbehindert ist. Diese Beeinträchtigung ist erst im weiteren Nachgang zum Einsatz festgestellt worden, so die Auskunft der Pressestelle. Ein Gerichtsverfahren wird es nach denselben Auskünften nicht geben, weil versäumt wurde, die Personalien festzustellen. Ob die Redaktion über diesen Vorfall jetzt noch berichten wird, entscheidet die Ressortleitung Lokales. Generell gilt: berichten können wir nur über Dinge, die uns auch bekannt werden.
Mit den besten Wünschen für das immer noch recht neue Jahr
Ihr
Christoph Pepper
Chefredakteur MINDENER TAGEBLATT/ MT ONLINE
Nachtrag: im Nachgang wurde am 16.Juni auf der Seite „Regionales“ der Artikel „Von Respektlosigkeit geschockt“ veröffentlicht






