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Vorstandsmitglied Dirk Bredemeier freut sich über die Vitalität des Posaunenchors Todtenhausen/Kutenhausen: „Zusammen stark, das zählt“ (#200in365, No.64)

Okt.172018

Dirk Bredemeier führt den Posaunenchor, in dem Zwölfjährige neben 74-Jährigen spielen. Eine
Rentnertruppe ist das ganz und gar nicht. Foto: pr

Posaunenchöre sind etwas für Senioren? Anderswo vielleicht. Nicht aber „unterm Berge“, nicht in der Region rund um Minden. Dort finden sich in vielen Dörfern Posaunenchöre, die in etwa so lebendig sind wie vor 100 Jahren. Zum Beispiel der Posaunenchor Todtenhausen/Kutenhausen. Über den Zusammenhalt freut sich Vorstandsmitglied Dirk Bredemeier. Wenn er nicht gerade Musik macht, leitet er übrigens die Mindener Filiale der Deutschen Bank.

Ihr Posaunenchor ist 1907 gegründet worden. Wie haben Sie es geschafft, dass er noch immer lebt?

So etwas läuft in Wellenbewegungen ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind es nur noch eine Handvoll Leute gewesen. Über die Jahre waren es dann mal mehr, mal weniger Aktive. Heute sind wir wieder 46. Mit einer Gruppe dieser Größe kann man schon richtig etwas anfangen. Was wir machen, das funktioniert nur in der Gruppe richtig gut, denn Blasinstrumente sind nun einmal Ensembleinstrumente. Das ist ein wichtiger Baustein. Außerdem bekommt jeder, der mitmacht, sehr viel zurück von den Zuhörern, die sich freuen und diese Freude auch ausdrücken. Sonst würde sich wohl kaum ein 20-Jähriger zweimal in der Woche auf sein Fahrrad setzen und zum Posaunenchor fahren.

Eine Rentnertruppe haben Sie da also nicht.

Nein, gar nicht. Das Alter der Mitglieder bewegt sich zwischen zwölf und 74 Jahren. Eine Lücke entsteht oft bei den 20- bis 30-Jährigen, denn das ist die Altersgruppe, aus der viele zum Studieren wegziehen. Uns hilft die mehr als hundertjährige Tradition. Das trägt sich von Generation zu Generation. So etwas könnte man nicht einfach aus dem Boden stampfen. Im dörflichen Bereich, wo jeder jeden kennt, da funktioniert das sehr gut. In der Stadt ist das härter, deshalb haben es die Posaunenchöre dort merklich schwerer. Ich bin schon stolz, was für einen tollen Chor wir haben.

Wie motivieren Sie Ihre Mitglieder zur Teilnahme an den vielen Proben und Auftritten?

Allein in diesem Jahr waren es schon 90. Neben den Proben spielen wir in Gottesdiensten, veranstalten ein Adventskonzert, aber auch Themenkonzerte, etwa mit Filmmusik. Bei den Älteren stehen wir zum Geburtstagsblasen auf der Matte. Das kommt sehr gut an. Mit einem Augenzwinkern führen wir eine Anwesenheitsliste und errechnen eine Teilnahmequote. Das ist eine Art Wettbewerb: Wer am häufigsten dabei war, bekommt am Jahresende einen Pokal. Das ist eine gute Motivation.

Wie ist es um Ihre eigene Quote bestellt?

Aktuell liege ich bei 81,1 Prozent. Damit bin ich sehr zufrieden. Im Vergleich zum letzten Jahr habe ich mich verbessert.

Ist der Posaunenchor nicht ein ungewöhnliches Hobby für einen Filialdirektor der Deutschen Bank?

Nein, das kann man so nicht sagen. Ich bin durch meine Frau 1995 dazugekommen. Der Chor ist vollkommen gemischt. Der Schreiner sitzt neben dem Zahnarzt, da gibt es keine Cliquenwirtschaft. Das ist vielleicht auch etwas Besonderes an so einer Gruppe: Niemand muss auf der Bank sitzen, jeder spielt mit. Zusammen sind wir stark, nur das zählt.

Von Benjamin Piel, Chefredakteur

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