
Karneval in Ovenstädt: Trotz aller Lebhaftigkeit eigentlich eine relativ übersichtliche Veranstaltung – sollte man meinen. Nun ja. Foto: Oliver Plöger
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Dass an dieser Theorie etwas nicht stimmen kann, weiß jeder, der mindestens ein Mal in Ovenstädt verloren gegangen ist. Ovenstädt – man glaubt es
kaum – hat nämlich fast überall zwei Enden und damit genauso viele wie eine Wurst. Und so kommt es, dass zwei Redakteure am südlichen Ende der norddeutschen Tiefebene stehen und plötzlich weder wissen, wo Anfang noch Ende ist.
Sie sind verwirrt? Wir auch: Denn kaum hatte sich der Karnevalsumzug im kleinen Ort an der Weser in Bewegung gesetzt, war der Kollege weg. Verschluckt zwischen Feen, Untoten und Marienkäfern. Und dabei ist der Kerl nicht mal klein und seine Kamera auch nicht. Nun ja, suchen kann man sich ja auch später noch. Wenn man sich denn findet.
Denn der Kollege gibt nach eineinhalb Stunden per Handy durch: Ich bin am Ende des Zuges, bei einem Rettungswagen. Da ist die Kollegin auch, Sichtkontakt besteht aber nicht. Und dabei sind nur zwei weitere Menschen im Umkreis von zehn Metern unterwegs. Da darf man die Frage stellen: Welches Ende ist nun das Ende? Es stellt sich heraus: Das Ende ist für den Kollegen am Anfang der Wagenreihe. Also da, wo die Trupps halten, der Umzug also endet. Für die Kollegin ist das Ende aber dort, wo der letzte Wagen ist. Am anderen Ende.
30 Minuten nach dem ersten Telefonat ist der Fehler aufgeklärt und es kann weiter gehen. Diesmal mit Treffpunkt: Der Kollege steht an der Ringstraße, Ecke Warthestraße. Die Kollegin wenig später auch, leider gibt es wieder keinen Sichtkontakt. Die Stimmung kippt: Ja kann der
Depp nicht lesen? Oder ist der schon wieder weg? Nein! Auch hier hat Ovenstädt nämlich zwei Enden. Die Ringstraße verläuft – Sie werden es ahnen – ringförmig und so kommt es, dass sie die Warthestraße zwei Mal kreuzt: Am Anfang und am Ende. Eine Stunde später dann das feierliche Wiedersehen, dem Rückweg steht nichts mehr im Wege. Irgendwann hat eben doch das alles ein Ende.
In dem Sinne: Schönes Wochenende!
Nina Könemann, Online-Redaktion






