Immer wieder beklagen sich – zumeist anonyme – Kommentatoren über die Sperrung von geposteten Beiträgen, wie sie jetzt wieder in der Diskussion auf den Artikel „Stolperstein für Carl Cramer ausgegraben und gestohlen“ erfolgte.

Zwar kann in dieses Feld jeder User schreiben, was ihm beliebt, für die Veröffentlichung haftet jedoch die Redaktion - juristisch und ethisch. Repro: MT
So will User „_anonym“ nach dem Sperren einiger Beiträge wissen: „Wo sind die anderen Kommentare hin??? War nichts schlimmes dabei. Zumindest nicht bei den 4 Beiträgen die ich gelesen habe.“ Und User „Daniel“ vermutet „politisch korrekte Zensur“, die er dann auch noch einer anderen ostwestfälischen Zeitung zuordnet. MT-Chefredakteur Christoph Pepper antwortete darauf heute in einem eigenen Posting, das zum Umgang der Redaktion mit User-Kommentaren wie folgt Stellung nimmt:
Liebe Leserinnen und Leser,
was „schlimm“ ist und was nicht, darüber werden vermutlich zumindest in Teilen der Leserschaft unterschiedliche Auffassungen bestehen. Die Redaktion muss allerdings für hier veröffentlichte anonyme Kommentare die Verantwortung tragen sowie im übrigen dafür auch presserechtlich gerade stehen. Und für manche der hier anonym geposteten „Meinungsäußerungen“ ist sie bei aller Anerkennung eines unterschiedlichen Meinungsspektrums nicht bereit, entsprechende Verantwortung für eine Veröffentlichung zu übernehmen. Nicht nur aus juristischen, sondern auch aus ethischen Gründen.
Um nur ein Beispiel zu nennen: Kommentare, in denen der Massenmord an den Juden mit dem evolutionsgeschichtlich bedingten Verschwinden der Neandertaler verglichen wird, werden auch in Zukunft von uns gesperrrt werden. Ebenso solche, in denen strafrechtlich relevante Unterstellungen lediglich auf der Grundlage allgemeiner Vorurteile geäußert werden.
Ich bin mir sicher, für diese Verfahrensweise Verständnis beim überwiegenden Teil unserer Leserschaft zu finden. Der Rest wird im Internet andere Seiten finden, wo er sich entsprechend äußern kann – und da ist er dann auch besser aufgehoben.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Pepper
Chefredakteur Mindener Tageblatt
Die Online-Redaktion arbeitet aktuell an einem Kodex, der die Beurteilungskriterien für die Behandlung von Kommentaren sowie die organisatorischen und technischen Abläufe für alle Nutzer transparent machen soll. Diesen Kodex wird die Redaktion nach Fertigstellung sowohl hier im Blog „MT Intern“ als auch auf MT Online öffentlich machen – und selbstverständlich einer öffentlichen Diskussion zugänglich.






