Das Mindener Tageblatt unternimmt einen weiteren Schritt zur Zukunftssicherung. MT-Verleger Sven Thomas und Jens Emmerich, Geschäftsführer des langjährigen MT-Systempartners Alfa Mediapartner, unterzeichneten jetzt in Minden die Verträge zur Anschaffung gleich einer ganzen Reihe umfangreicher neuer Softwarelösungen für mehrere Verlagsbereiche.

Freuten sich über die Vertragsunterzeichnung (v.l.): MT-Verlagsleiter Carsten Lohmann, MT-Vorstufenleiter Achim Weber, Verleger Sven Thomas sowie Rainer Lang, Jens Emmerich und Peter Dringuth von Alfa Mediapartner. Foto: Manfred Otto
Das Paket ist Teil einer umfassenden Strategie des Medienhauses zur Erneuerung nahezu aller technischen und organisato- rischen Produktions- abläufe. Darin wird in einem weiteren Schritt anschließend auch die Drucktech- nik sowie die Versandraumtechnik einbezogen werden sowie das inhaltliche Konzept von Print- und Online-Angebot überarbeitet. Insge- samt sollen dafür in den nächsten drei Jahren Investitionen in einem zweistelligen Millionenbereich getätigt werden.
Die jetzt getroffenen Vereinbarungen betreffen zunächst die digitalen Produktionsschienen des Verlags. Auf der Grundlage einer völlig neuen IT-Infrastruktur erhalten Redaktion und Anzeigenabteilung neue Werkzeuge zur Erstellung der Zeitungsinhalte sowie begleitende organisatorische Hilfsmittel.
Das neue Redaktionssystem „Mediasuite“ soll die bisher in den Bereichen Print und Online getrennt und mit unterschiedlicher Software arbeitenden Ressorts mit einer einheitlichen Benutzeroberfläche ausstatten. Diese ermöglicht die parallele Belieferung der inzwischen zu versorgenden Nachrichtenkanäle Zeitung, Magazine, iPaper, Smartphone-Applikationen, Online-Portale, Mobilangebote sowie soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter mit Texten, Bildern, Fotostrecken, Videos, Tondateien und anderen Multimediainhalten.
Gleichzeitig erhält die Redaktion mit „Agenda“ eine neu entwickelte Planungs- und Manegementsoftware sowie mit „FeeCon“ ein Programm zur weitgehend automatisierten Honorarabrechnung. Zudem wurde die grundlegende Weiterentwicklung des elektronischen Angebots „ePaper“ vereinbart. Nicht zuletzt wird das digitale Archiv durch eine neue Lösung ersetzt. Zugleich hat der Verlag gerade bei einem anderen Anbieter eine Digitalisierung des kompletten Bände-Archivs in Auftrag gegeben, so dass in absehbarer Zeit sämtliche MT-Ausgaben vom ersten Erscheinungstag am 4. Juli 1856 bis heute in digitaler Form zur Verfügung stehen werden. Dieser Datenbestand soll in einem zweiten Schritt auch externen Nutzern erschließbar sein.
Anzeigenabteilung und technische Produktion erhalten mit „Adsuite Enterprise“ ein völlig neues Anzeigensystem für das komplette Anzeigenmanagement von der Annahme bis zur Ausgabe, das Privatanzeigen ebenso wie bei Beilagen, Online-Werbeformen oder selbst definierte Auftragstypen managt und zusätzlich die Kundenbeziehungen verwaltet. Ergänzend wird die Selbstbedienungs-Software „Sales Point“ als Nachfolger des bisher genutzten „adService“ privaten und gewerblichen Kunden die Online-Eingabe und Verwaltung von Aufträgen ermöglichen. Damit können künftig sämtliche nötigen Funktionen zur Aufgabe und Abwicklung einer Print- oder Online-Werbung deutlich komfortabler als bisher auch selbst erledigt werden und jederzeit und überall Informationen über Abschlüsse, Sondervereinbarungen etc. eingesehen werden.
Die Integration der neuen Programme hat bereits begonnen und wird sich einschließlich anwenderspezifischer Weiterentwicklung sowie Schulung über einen Zeitraum von nahezu zwei Jahren hinziehen. Sowohl Alfamedia Partner GmbH als Entwickler als auch das Mindener Tageblatt als Investor und Anwender bekräftigen mit den weitreichenden Entscheidungen ihre Überzeugung, dass die gedruckte Tageszeitung auch im Online-Zeitalter auf absehbare Zeit ein wesentliches publizistisches wie wirtschaftliches Standbein der Verlagsaktivitäten bleiben wird.
Autor: Christoph Pepper, Chefredakteur






