Der Boom bei elektronischen Medien macht den mittelständischen Druckunternehmen in Deutschland immer mehr zu schaffen. Im vergangenen Jahr konnte die Industrie nicht vom allgemeinen Wirtschaftsaufschwung profitieren und verlor Umsätze, wie der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) am Mittwoch in Frankfurt berichtete. Im laufenden Jahr stünden die Zeichen auf Stagnation. Seit Jahren setzte sich auch der Stellenabbau stetig fort. 2010 fiel die Zahl der Beschäftigten erstmals unter die Marke von 160 000 – mit 158 750 Menschen waren 7150 weniger in der Branche beschäftigt als ein Jahr zuvor.

Der Konsolidierungsdruck in der Druckindustrie wird in den kommenden Jahren anhalten, etwa weil sich Internetmedien zulasten der Drucker ein immer größeres Stück vom wichtigen Werbekuchen abschneiden, sagte bvdm-Hauptgeschäftsführer Paul Albert Deimel: „Wir müssen erst die Talsohle erreichen, um uns dann auf geringerem Niveau zu stabilisieren.“ Für einen Abgesang auf die Branche gebe es jedoch keinen Anlass – obwohl sie nach den Angaben in den vergangenen zehn Jahren 3879 Betriebe und mehr als 64 000 Beschäftigte verlor.
Der Stellenabbau werde sich schon wegen des technologischen Fortschritts fortsetzen, durch den immer weniger Beschäftigte an den Maschinen gebraucht würden, sagte Verbands-Volkswirtin Nora Lauterbach. Nach jeweils minus rund 4 Prozent in den vergangenen zwei Jahren werde sich der Jobverlust allerdings verlangsamen.
Quelle: DPA





