Was erlauben Strunz? fragte Ex-Bayern-Trainer Giovanni Trappatoni. Ich frage mich seit Dienstag: Was erlauben Post?
Da möchte ich einen dringenden Brief nach Jena aufgeben. Er ist aber zu groß und schwer für einen Standardbrief für 0,55 Euro Porto. Wie viel Porto dafür? Na, die bei der Post werden es schon wissen. Also zugeklebt, hin zur Hauptpost am Großen Domhof. Erste Tür – zu. Blödsinn, nur eine Tür oder Mittagspause? Nächste Tür – auch zu. Dann fällt mir der Zettel ins Auge: Wegen einer Betriebsversammlung am 24. August geschlossen. Nächste Dienststellen: Königstraße usw.

Zum Markenautomaten: Das Porto für einen Großbrief steht nicht dran und Kleingeld habe ich ebenso wenig wie die Postleitzahl von Jena, Hügelstraße.
Strategie ist jetzt gefragt.
Problemstellung: 1. Wer könnte wissen, was der Brief kostet? 2. Wo kann ich Geld wechseln? 3. Wer weiß die PLZ?
Antwort zu 1. Ein Inhaber geführtes Geschäft in der Innenstadt (die schicken solche Post raus). 2. siehe erstens. 3. auch siehe erstens. Aber gibt es das noch in der Mindener Innenstadt?
Nach einem Fehlversuch stoße ich auf den Hort der Hoffnung, ein Mindener Traditionsgeschäft am Scharn, quasi die wehende Fahne in der verlorenen Schlacht gegen die Innenstädte so gleichmachenden Filialisten.
Innerhalb von knapp fünf Minuten waren alle drei Probleme erledigt. Hier wird nicht nur Kaffee geröstet, hier gibt es nicht nur Spitzkuchen, hier gibt es auch jemanden, der weiß, dass eine Portoübersicht auf Seite 32 im Örtlichen Telefonbuch steht. Hier macht jemand Geldscheine automatenklein und hier suchen gleich zwei freundliche Damen die Postleitzahl 07749 für Hügelstraße in Jena heraus.
Da frag ich mich doch fast: Wozu brauchen noch Post?
Zumal der Briefmarkenautomat nicht schaffte, was das kleine, aber feine Mindener Geschäft konnte: Mir passendes Wechselgeld herauszugeben. Eigentlich brauchte nur noch ich eine Automatenmarke für einen Euro (0,45 hatte ich schon draufgeklebt), aber die Stückelung kennt der Post-Automat nicht. Jetzt kleben 1,45 plus 0,45 Euro Überporto auf dem Umschlag. So macht man Geschäfte, bei verschlossenen Türen.
In diesem Sinne: Schönes Wochenende
Hartmut Nolte (Lokalredaktion)






